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NABU Willich

Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Trafostation Bösinghoven wird Naturschutzturm

Trafoturm in BösinghofenDer Turm wurde 1913 errichtet, da Kaiser Wilhelm II sich für das Jahr 1914 zu einem Jagdaufenthalt auf Schloß Pesch angemeldet hatte. Ein Kaiser möchte natürlich nicht bei Kerzenschein in einem Schloß rumgeistern und so wurde eine Trafostation gebaut, die das Schloss mit Strom versorgte.

Der erste Weltkrieg machte dem Besuch wohl einen Strich durch die Rechnung, aber der Turm stand nun mal da.
Heute hat er ausgedient und wird für den Naturschutz genutzt. Er wurde zu einem Lebensturm für unsere Vogel und Insektenwelt ausgebaut.

Der Energieversorger hatte das kleine Grundstück damals von der Herzogin von Arenberg gepachtet um darauf diese Station zu errichten. Damit steht der Turm seit knapp 100 Jahren und gilt als eine Art Wahrzeichen zur Ortseinfahrt nach Bösinghoven.
Ein Abriss des Gemäuers wäre aus landschaftlicher Sicht fatal gewesen. Die Umspannstation hat nicht nur geschichtlichen Wert, sondern auch Landmarken-Funktion. Zudem orientierten sich viele Autofahrer an dem charakteristischen Gebäude.

 Die Wirtschaftsbetriebe wbm haben den Turm ausgebessert und eine neue Eingangstür eingesetzt.
Die  Herren Momm ( Leiter des Vertriebes der Wirtschaftsbetriebe wbm)  und  Rammler  (Stadtwerke Service Meerbusch Willich GmbH ) waren an dieser Aktion maßgeblich beteiligt.
Das „Gemeinschaftswerk für Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss e.V.“ hat sich mit einem großzügigen finanziellen Beitrag an den Kosten beteiligt.
Der Vorsitzende des Bürgerverein Ossum-Bösinghoven Hubert Kräling hat in Zusammenarbeit mit dem NABU Willich  und Meerbusch Eigenleistungen erbracht, um Brutplätze für Schleiereule, Steinkauz, Mauersegler, Turmfalke und viele andere Tiere zu schaffen.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Diese Tiere, die oft mit uns Menschen „unter einem Dach“ wohnen, sind zunehmend von Obdachlosigkeit bedroht. Mit der Sanierung von Dächern und Fassaden sowie dem Abriss alter Gebäude gehen vielen von ihnen Wohnstätten und Brutplätze verloren. Dieses ist eine ernste Gefährdung für den Bestand dieser Gebäude bewohnenden Tierarten.

Als weitere Maßnahme erhielt das Gebäude, ein Stück unterhalb des Daches, eine Zwischendecke aus Kanthölzern.Diese war erforderlich, um einen Schleiereulennistkasten einbauen zu können.
Die Schleiereule ist wohl unsere schönste heimische Eulenart. Ihr herzförmiger heller Gesichtsschleier macht sie unverwechselbar. Neben Scheunen noch intakter Bauernhöfe haben sich in den letzten Jahren vom Netz genommene Transformatorenhäuser als geeignete Brutplätze erwiesen. Durch ihre turmförmige Bauweise bieten sie den Tieren einen vor Raubwild sicheren Brut- und Überwinterungsplatz

Schlafplätze für Fledermäuse sollen noch eingerichtet werden. Für Schwalben und Singvögel sind Nistkästen an der Außenfassade angebracht worden. Niststeine für Wildbienen werden an der südlichen Außenwand ihren Platz finden.

Ein weiterer Höhepunkt wird ein Hornissenschaukasten sein, wo man diesen nützlichen Insekten beim Nestbau und der Fütterung der Larven gefahrenlos zuschauen kann.

Lebensraumfunktionen können diese Flächen kaum übernehmen. Dafür aber bietet dieser turmartige Bau vielfältige Lebens-, Brut-, Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für Tiere. Infolge der geänderten Bauart moderner Gebäude schwinden solche Möglichkeiten immer mehr, und das selbst an den Wirtschaftsgebäuden in der Landwirtschaft.
In der Umgebung dieses Turms sind noch gute bis sehr gute Nahrungsbiotope für Tiere vorhanden. Es lohnt sich also, Besiedlungsmöglichkeiten für viele Arten zu schaffen.
Es werde hier Schleiereulen, Mauersegler, Höhlenbrüter, Wildbienen und Hornissen angesiedelt. „Sie bekommen ihren eigenen Naturschutzturm“

Die Bösinghovener Bürger sind inzwischen Feuer und Flamme für die Idee, denn sie sehen in dem  fast 100 Jahre alten Trafohäuschen auch ein kulturelles Erbe, das nun sinnvoll weitergenutzt wird.
Der Bürgerverein Ossum-Bösinghoven e.V hat mit dem regionalen Energieversorger die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch die Nutzungsrechte für dieses ehemalige Trafohaus vertraglich vereinbart. Er sorgt für die Sanierung und der Nabu Willich und Meerbusch für die artenschutzgerechte Ausstattung. Herr Hubert Kräling, Vorsitzender des Bürgervereins, ist maßgeblich an diesem Objekt beteiligt.

Harry Abraham

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