Vogel des Jahres 2017



Roundup, der Prozess vom 17.10.17



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16. Dezember 2017 - 17. Dezember 2017 @ Schloss Neersen













Hornissen


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Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Hornissen umsiedeln

Hornissenarbeiterin beim verlassen der Nisthöhle

Bauplan: für einen Hornissenumsiedlungskasten

Schon 3 Stiche töten einen Menschen und 7 Stiche ein Pferd,

so sagt der Volksmund. Aber zum Glück ist es nicht wahr. Sie wurden verteufelt und getötet. Erst in jüngster Zeit wandelt sich durch Aufklärung die Meinung über Hornissen.

Doch hier soll es um die  „Umsiedlungen von Hornissen“ gehen, was weniger mit alten Sprüchen zu tun hat, sondern mehr mit handwerklichem Können.

Die Beratung sollte immer an erster Stelle stehen, denn in den meisten Fällen kann das Nest an Ort und Stelle bleiben.
Sollte aus Gründen der Gefahrenabwehr eine Umsiedlung unumgänglich sein, muss diese mit der zuständigen Landschaftsbehörde abgestimmt werden.
Ist eine Umsiedlung angedacht, muss geprüft werden ob dieses auch durchführbar ist.
Ein Hornissennest muss zugänglich sein, das heißt, wenn es sich hinter einem Mauerwerk befindet, welches vom Innenraum auch nicht erreichbar ist, ist eine Umsiedlung nicht möglich.
Hornissennester sollen vom Innenraum, z.B. einem Jalousiekasten umgesetzt werden.
Eine Umsiedlung mit dem Absaugverfahren,  hat sich als schonende und erfolgreiche Methode herausgestellt.
Das Einfangen einzelner Hornissen mit einem Kescher und das einbringen in den Abfangkasten ist für die Hornissen zu stressig und sollte vermieden werden.
Eine Umsiedlung während einer Hornissensaison sollte nicht zu spät, aber auch nicht zu früh erfolgen.
Das Umsiedeln einer Königin mit wenigen Arbeiterinnen führt nur selten zum Erfolg. 50 – 100 Arbeiterinnen sollte ein Volk schon groß sein um es erfolgreich umzusiedeln.
Dieser Nistschaukasten ist ausschließlich für Hornissenumsiedlungen gebaut.
Mit dieser Konstruktion ist eine schonende Umsiedlung möglich.

Der Hornissenumsiedlungsschaukasten

Der Umsiedlungskasten besteht aus einem Gehäuse, welches in zwei Bereiche aufgeteilt ist.
Eine Plastikscheibe trennt den oberen Nestbereich vom unteren Abfangkasten.
Zunächst zur Absaugung der Hornissen vom ursprünglichen Nest.
Dazu müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.
Ein regulierbarer Staubsauger an dem die Saugkraft eingestellt werden kann, wird an das Filtergehäuse (40 mm) des Kastens angeschlossen. Durch den Filter wird verhindert, dass die Tiere in den Staubsauger gelangen können. Gleichzeitig dient die weiche Filtermatte als Aufprallschutz, damit die Hornissen sich beim Absaugen nicht verletzen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Filters wird der glatte Saugschlauch (30 mm und 2000mm Länge) angeschlossen. Der Staubsauger erzeugt nach Einschaltung einen Unterdruck im Abfangkasten. Der Unterdruck sollte so eingestellt sein, dass die Hornissen sanft in den Druckraum gesaugt werden.
Der Deckel mit den Haltestäben des Nestes wird abgeschraubt und an einen Platz gelegt wo man später das Nest sicher zwischen den Haltestäben montieren kann.
Das 10mm große Ein und Ausflugloch wird mit Iso-band zugeklebt.
Ist soweit alles vorbereitet zieht man sich den Schutzanzug an und setzt eine Schutzbrille auf. Die Schutzbrille ist speziell bei größeren Nestern wichtig, da die Hornissen zum Sichtgitter des Kopfschutzes fliegen und mit gezielten Verteidigungsmaßnahmen eine in den Augen brennende Flüssigkeit durchspritzen.
Zu Beginn der Arbeit muss das Nest frei zugänglich sein. Eine Lampe (Leuchtstoff oder LED) wird in der Nähe des Nestes angebracht. Wichtig ist hierbei, dass die Lampe nicht heiß wird und die Flügel der Hornissen keinen Schaden nehmen.

Änderungen vorbehalten…. zum Bauplan

 

Die Absaugung:

 

Der Äußere Teil des Hornissennestes (Klimabereich) muss vorsichtig mit einem Messer oder anderem Gegenstand entfernt werden, damit kein unnötiges Material in die Druckkammer gesaugt und somit den Filter verstopft und die Saugleistung vermindert wird.
Jetzt werden die Hornissen vom Nest sowie von der Lampe abgesaugt. Hornissen fliegen immer zum Licht. Der Raum sollte möglichst dunkel sein und keine anderen Lichtquellen haben. Die Königin versucht sich zwischen den Zellen zu verstecken, deshalb ist es besonders wichtig sie ausfindig zu machen, damit sie nicht verloren geht. Hornissen die unterwegs sind kommen nach und nach zurück und müssen ebenfalls eingefangen werden.
Damit die Hornissen während des Absaugvorganges nicht einer andauernden Zugluft ausgesetzt sind, sollte der Staubsauger nur während des aktiven Absaugens eingeschaltet sein. Ein Trettaster in der Zuleitung verhindert unnötigen Stress für die Tiere.
Hornissen die Innendienst machen erkennt man an der blassen Körperfarbe. Diese können zwischen den Zellen bleiben.
Durch die waagerechte Trennscheibe die den Abfangraum vom eigentlichen Nestraum trennt, kann man den Zustand und die Anzahl der Hornissen kontrollieren. Ist der Vorgang beendet wird der Saugschlauch während laufendem Staubsauger abgezogen und die runde Verschlussklappe geschlossen. Die Königin muss unbedingt dabei sein damit das Nest am neuen Standort weitergebaut wird.
Sind alle Hornissen eingefangen, beginnt der zweite Teil der Umsiedlungsaktion.
Mit einem langen Messer wird das Nest von seinen seitlichen Befestigungspunkten gelöst. Die letzten Haltepunkte trennt man erst, indem man eine Hand unter das Nest hält, damit es nicht herunter fällt. Es sollte angestrebt werden so viel wie mögliche zusammen hängende Teile zu erhalten.

 

Nestmontage

 

Das Nest wird nun zwischen die Haltestäbe des Deckels montiert. Die Platte unter dem Deckel mit den 4 Haltestäben hat ein 100mm großes Loch, damit das Nest im oberen Teil gut fixiert angebracht werden kann. Die Lochgitter halten das Nest zwischen den Stäben. So können auch beschädigte oder instabile Wabenbauten fixiert werden. Jedes zusammenhängende Teil bekommt ein Lochgitter. Der Abstand zwischen den Etagen kann mit kleinen Styroporstückchen eingehalten werden. Die Gitter werden mit kleinen Kabelbindern an den Haltestäben befestigt.
Ist das Nest gut verankert, dreht man vorsichtig den Deckel, so dass das Nest zwischen den Haltestäben und auf dem Gitter hängt. Vorsichtig wird der Deckel mit dem Nest in den oberen Nistkasten eingesetzt. Durch die offene Tür und die Frontscheibe kann man diesen Vorgang kontrollieren.
Die Frontscheibe befindet sich zwischen zwei Nuten und ist von oben eingesetzt.
Der Deckel wird nun mit zwei Schrauben seitlich verschraubt.
Damit die Hornissen nun zu ihrem Nest gelangen können wird die Trennscheibe vorsichtig herausgezogen. Die Hornissen krabbeln von nun aus dem Druckraum zum Licht und dadurch auch wieder in ihr Nest. Die Frontscheibe rutscht beim herausziehen 4 mm runter und verschließt den Schlitz der durch die Trennscheibe entstehen würde. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass keine Hornissen eingequetscht werden.
Der Nistkasten kann nun an den neuen Standort, der mindestens 2 km entfernt sein muss aufgehängt werden.
Mit Bienenfutterteig vor und in dem Ein-bzw. Ausflugloch hält man die Hornissen erstmal in der Nähe, damit sie nicht gleich in die neue Umgebung fliegen und sich erstmal an den neuen Standort gewöhnen.

 

 

Umsiedlung aus einem Freigelände

 

Eine Umsiedlung aus einem Freigelände, z.B. Vogelnistkasten oder hinter einer Verbretterung die vom Innenraum nicht zugänglich ist, ist es komplizierter.
Das Nest muss frei gelegt werden und wenn möglich komplett mindestens 20m vom alten Standort abgelegt werden. Die Hornissen werden dann zum alten Standort zurück fliegen und das Nest suchen. Nachdem das Nest so ziemlich leer ist, montiert man das Nest, wie oben beschrieben, in den Nistkasten. Die Frontscheibe muss entfernt werden und wird auch nicht wieder eingesetzt.
Die Tür des Nistkastens lässt man offen und hängt den Kasten möglichst nahe an den alten Nistplatz. Der Haken und Standort muss vorher vorbereitet sein. Der Kasten sollte dort mindestens 12 Stunden hängen bleiben, damit die Hornissen das Nest finden und sich an den Kasten gewöhnen. Vor dem Abtransport schließt man die Tür und bringt den Nistkasten an den neuen Standort.