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NABU Willich

Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Ein Globetrotter unter den Störchen

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Irgendwann im Sommer 2002 bin ich geboren. Am 28.8.2002 kamen dann fremde Männer in unsere Wohnung und haben mir einen Ring mit der Nr. 975 verpasst. Seit diesem Tag bin ich der 975er. Ich hatte schon von den Eltern erfahren, dass es sich in Frankreich gut leben lässt. Also habe ich mich auf den Weg nach Südwesten gemacht und bin in AIX-LE-BAINS gelandet. Da auch die Schweiz ein schönes Land ist, habe ich die Gelegenheit wahr genommen und habe einen Abstecher nach Fribourg gemacht. Als Storch braucht man,  Gott sei Dank, die hohen Preise in diesem Land nicht zu bezahlen. So schön es auch im Süden war, im Sommer hat es mich immer nach Deutschland gezogen. Ende 2005 und Anfang 2006 hat es mich dann erwischt. Ich hatte eine Schwächeperiode. Storch Willich11Nur mit der Hilfe von freundlichen Menschen habe ich diese schlimme Zeit in Kirchwald und Berne-Glüsing überstanden. In den folgenden Jahren habe ich mir Europa angesehen. Nach den Sichtmeldungen zu urteilen, war ich ein Globetrotter unter den Störchen. Im Winter 2010 hatte ich dann die nächste Schwächeperiode. Wieder hatte ich Glück. Auf der Intensivstation in Kroppach bin ich erst einmal über den Berg gebracht worden. Anschließend kam ich über einen Monat in die REHA  nach Eitorf. Der rheinische Winter hat es 2012 in sich gehabt. Welcher Storch soll bei gefrorenem Boden noch einen Wurm finden. Da ich im Laufe der Jahre  gelernt hatte, dass Straßenlaternen Wärme abgeben, habe ich mich in Willich-Neersen auf einer solchen nieder gelassen, um wenigstens warme Füße zu bekommen. Menschen haben mich bemerkt und haben mir erst einmal Hundefutter zu fressen gegeben. Das hat nicht besonders gut geschmeckt. In den nächsten Tagen gab es dann Mäuse und Hähnchen. Da habe ich mich gefühlt, wie der Herrgott in Frankreich. Im September 2013 war ich wieder einmal nicht gut drauf. Da ich Neersen noch gut in Erinnerung hatte, habe ich mich dort auf einer Feuchtwiese nieder gelassen und habe dieselbe von Würmern und Käfern befreit. Ausserdem weiss man ja nicht wie der nächste Winter wird. Dann ist es gut, wenn man in der Nähe einer nahrhaften Gegend ist. Ich habe mich inzwischen regeneriert und bin im Moment mit unbekanntem Ziel verzogen. Ein Storchenleben kann bis zu 20 Jahre dauern. Da ich aber in meinem Leben schon etliche Schwächeperioden gehabt habe, werde ich diese Marke wohl nicht erreichen. Auf der anderen Seite bin ich ein Überlebenskünstler. Ich hoffe auf ein Wiedersehen und verbleibe bis dahin Euer 975er.

Ein Beitrag von Manfred Niehaus NABU Willich

 

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