Vogel des Jahres 2017



Presse: Neue Düngeregelungen betreffen auch Cross-Compliance















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Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Angst und Schrecken durch ein Wespennest in Krefeld

Saechsische WespeNach dem Motto der Presseberichterstattung……Nur eine schlechte Meldung ist eine gute Meldung….erschien in der RP ein Artikel über einen Wespenangriff auf einen Paketzusteller.

Leider verbreiten solche Artikel Angst und Schrecken unter der Bevölkerung und machen unsere Arbeit vom  Naturschutzbund zunichte. Wir versuchen die Menschen aufzuklären und einen vernünftigen Umgang mit den nicht immer beliebten Wespen zu pflegen. Wie in diesem Fall war eine Abtötung nicht nötig. Wenn man das Nest im Umkreis von zwei Metern in Ruhe lässt, fühlen sich die Wespen auch nicht angegriffen und man wird von ihnen gar nicht beachtet. Selbst ein vorbei gehen, in geringerem Abstand ist unbedenklich. Die Bilderserie der RP, wo das Nest direkt neben dem Bürgersteig (Bild 7) war  beweist es. Nur Nesterschütterungen veranlassen die Wespen sich zu verteidigen. Das Nest bestand schon seit Mai dieses Jahres, denn dann fangen die Wespenköniginnen an, ihr Nest zu bauen. Der Paketbote hat vermutlich, um den Weg abzukürzen, aus versehen auf dieses Erdnest im Vorgarten getreten und dabei durch Erschütterung eine Alarmstimmung im Nest ausgelöst.

Wespen konzentrieren sich bei einem Angriff auf Kohlendioxid, also den menschlichen Atem oder Schweiß. Ein Paketbote hat nicht gerade einen körperlich leichten Job und so war es wahrscheinlich auch nicht schwer für die Wespen den vermeintlich angreifenden Feind zu lokalisieren. Wespen können mehrmals stechen und so können durch Panik und Schmerz des Betroffenen die gefühlte Anzahl der Wespen schnell 60 oder mehr Tiere werden, obwohl es weniger waren.

Die ökologische Bedeutung der Wespen ergibt sich vor allem aus ihrer Ernährungsweise. Als Räuber regulieren sie den Bestand ihrer Beutetiere. In einem Jahr mit vielen Wespen gibt es keine Fliegenplage. In Gemeinschaft mit anderen Aasfressern erfüllen die Wespen die Aufgabe der Gesundheitspolizei in ihrem Lebensraum. Als Blütenbestäuber spielen sie zwar keine so große Rolle wie zB. die Bienen, aber es gibt auch einige „Wespenblumen“ ( unter anderen Stendelwurze und die Orchideenart, das Große Zweiblatt )die auf die Bestäubung durch Wespen angewiesen sind. Ein Verschwinden der Wespen hätte katastrophale Folgen. Viele Insektengruppen deren Beutetiere die Wespen sind, würden sich explosionsartig vermehren. Auch Wespen werden gefressen. Viele Tiere wie der Wespenbussard, aber auch Spinnen fressen Wespen. Der Kreislauf ist unterbrochen, wenn die Wespen bekämpft werden. Wespenlaven benötigen 5 000 Insekten als Nahrung für einen mittleren Wespenstaat. Ohne die Wespen wären auf den Feldern und im Wald, die Raupen und Käferlarven in der Überzahl. Ein Gleichgewicht zwischen Räuber und Beutetier ist sehr wichtig.

Wespen leben nur ein halbes Jahr. Alle Wespen sterben im Herbst ab. Nur die Jungköniginnen, die gegen Ende des Sommers schlüpfen, versuchen an einem möglichst frostfreien Überwinterungsplatz zu überleben, um im Frühjahr ein neues Volk zu gründen. Das alte Nest wird nicht wieder benutzt. Das kann aber auch heißen, dass eine Königin den Platz neben dem alten Nest als ideal empfindet und dort im Frühjahr ein neues Nest baut. Hier kann man Vorsorge betreiben, indem man das Einflugloch im zeitigen Frühjahr mit einem feinen Gitter verschließt oder mit anderen Materialien abdichtet.

Krefeld: Wespen-Angriff auf Paketboten        Wespeninfo

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