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NABU Willich

Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Ein Storchennest für Willich

Storch BaerloMittwoch, 6. 2. 2013, 7.00h – eigentlich noch nicht meine Aufstehenszeit. Aber heute wollten wir – einige Aktive vom NABU-Willich – zum Landschaftshof Baerlo am Rande des Nettetals in die Nähe des kleinen De Wittsees fahren, um ein Storchennest aus Weidenruten zu flechten.
Ein Blick aus dem Fenster verhieß nicht unbedingt Gutes. Straßen und Gärten waren von weißer Pracht bedeckt und es schneite immer noch. Schnee kann ja so schön sein, nur eben nicht heute. Dennoch waren Moni und Jack, wie verabredet, pünktlich um 8.00h bei mir und pickten mich auf. Auf dem Dachgepäckträger ihres Autos war ein Metallgestell montiert, das dem Storchennest als Grundgerüst dienen sollte.
In Neersen stieg auch Susanne noch zu und wir fuhren über die schneebedeckte Autobahn in Richtung Venlo. Unsere Stimmung war gut – der Verkehrsdienst meldete Staus ab 20km Länge. Na toll. Trotzdem hatten wir Glück. Einen Auffahrunfall mit 3 Fahrzeugen konnte Jack gekonnt umschiffen, ebenso wie später auf der Landstraße einen quer stehenden PKW und einen Sattelzug, der eine Kreuzung versperrte.
Wir sahen auf die Uhr. Termin war 9.00h und wir waren bereits 10 Min. zu spät. Jack rief Herrn Rosenkranz auf dem Baerlo- Hof an. Der beschrieb uns den Rest unseres Weges sehr exakt, jedoch waren im Unterton seiner Stimme gewisse Zweifel unüberhörbar, dahingehend, ob bei diesem Wetter unsere Aktion überhaupt sinnvoll sei. Wir überhörten das geflissentlich, da wir ja wohl in einer Scheune arbeiten
würden, waren zuversichtlich und wurden auf dem Hof von Herrn Bernd Rosenkranz auch sehr freundlich
begrüßt. Nun verstanden wir auch die Skepsis von Herrn Rosenkranz, denn es stellte sich heraus, dass wir im Freien würden arbeiten müssen und es fing wieder an, zu schneien. Abbruchgedanken- irgendwie muss uns aber die Ankündigung für 11.00h auf Kaffee und Schnaps Flügel verliehen haben, wir legten los und holten die gebündelten Weidenruten von ihrem nahegelegenen Lagerplatz.
Inzwischen waren auch mehrere Korbflechter eingetroffen, die uns bei unseren ersten Handgriffen mit Rat und Tat zur Seite standen und auch in der Folge immer mal wieder einen Blick auf unser Tun warfen.
Wir waren begeistert bei der Sache, arbeiteten uns warm und dann hörte es auch noch auf, zu schneien. Wir kamen flott voran und unser Nest nahm schnell Gestalt an. Über Lob und Anerkennung der Profis freuten wir uns natürlich.
Fast pünktlich zur Kaffeezeit waren wir fertig. Wir haben auch prima zusammengearbeitet: Moni, Susanne, Jack und ich. Bei heißem Kaffee und selbst gemachtem Quittenlikör hatten wir nun Zeit für entspannte Gespräche. Herr Rosenkranz erzählte von einer Reihe
eigener umfangreicher Projekte in Sachen Naturschutz, die uns sehr beeindruckten. U.a. berichtete er über die Umsiedlung von Fischreiherkolonien oder vom Fischfang in gepachteten Rheinabschnitten zur Beschaffung von Futter für notleidende Reiher.
Herrn Rosenkranz` Angebot zu einem Vortrag in der 2. Jahreshälfte haben wir uns interessiert vorgemerkt.
Nun war an den Heimweg zu denken. Nachdem Jack das fertige Nest auf dem Dachträger festgezurrt hatte, nahmen wir uns noch die Zeit zu einem Rundgang durch das kleine Naturkundemuseum, in dem Szenen aus heimischer Fauna und Flora dargestellt waren.
Dieses Museum ist jedoch nur ein kleiner Teil der hier auf dem Baerlo-Hof festzustellenden Aktivitäten. Weitgehend finanziert durch die NRW-Stiftung bemüht man sich hier um den Erhalt der niederrheinischen Kulturlandschaft wie Kopfweidenpflege und Verarbeitung des jährlich anfallenden Schnittgutes sowie die Pflege von Musterbeeten für nachwachsende Rohstoffe ( z.B. Flachs).
Ferner erfreut sich hier eine Herde der sehr robusten und genügsamen schottischen Hochlandrinder eines vermutlich glücklichen Daseins.
In guter Stimmung machten wir uns nun auf den Rückweg mit dem Gefühl, etwas geleistet zu haben und an einem besuchenswerten Ort gewesen zu sein. Unser Storchennest wartet nun in unserem Lager darauf, an einem geeigneten Ort aufgestellt und Kinderstube eines Storchenpärchens zu werden.
Helmut Friesheim

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