Vogel des Jahres 2017



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NABU Willich

Ortsverein Willich publiziert von Harry Abraham

Das Leben der Waldameisen

Ameisenexkursion6Normalerweise erwachen die Ameisen im März aus ihrer Winterruhe. Nach der Winterstarre bedecken sie ca. 8 bis 10 Tage lang mit ihren Körpern,die Oberfläche ihrer Ameisennestkuppeln. An dieser Besonnung nehmen alle Nestbewohner zur Aktivierung der Stoffwechseltätigkeit teil. Mit der von den Ameisenkörpern aufgenommenen Sonnenwärme wird über einige Tage die Nesttemperatur auf Betriebswärme (30 °C) gebracht.
Auch die Königinnen kehren nach der Besonnung zur Eiablage in das Nest zurück.
Bald setzt dieLarvenentwicklung ein und schon im April schlüpfen die ersten Jungameisen.

Hier hat bereits eine Arbeitsverteilung unter den ‚Arbeiterinnen‘ stattgefunden. Diese gehen dann ihren unterschiedlichen Tätigkeiten nach:

Jägerinnen fangen Raupen, Spinnen, Zecken etc.
Melkerinnen melken und pflegen die Blattläuse und Lachniden
Nestbauerinnen führen die Reparaturen und Anbauten am Nesthügel aber auch ‚unter Tage‘ durch.
Die Brutpflegerinnen sorgen für die Durchlüftung im Nest und pflegen bzw. transportieren die Brut innerhalb des Nestes in die einzelnen Brutkammern.

Nach der Eiablage beginnt die ca.14 tätige Entwicklungsdauer, wonach aus dem Ameisensalz, den Ameiseneiern, madenförmige Larven schlüpfen. Diese häuten sich dreimal und verpuppen nach weiteren 14 Tagen. Die Puppen ruhen weitere 14 Tage im Kokon; daraus schlüpft die fertige Ameise, deren Entwicklung nur im wesendlichen abgeschlossen ist.
Eine komplette Entwicklung zur fertigen Ameise dauert bis zu 6 Wochen, je nach Witterung.
Die jungen Ameisenköniginnen müssen befruchtet werden, damit sie ein Volk gründen können. Dieses geschieht folgendermaßen:
Zu einem artspezifischen Zeitpunkt, der vermutlich von Temperatur, Luftströmung und Lichtverhältnisse abhängig ist, schwärmen alle Geschlechtstiere einer Art gleichzeitig zum Hochzeitsflug aus. Durch diese Vorgabe wird die Inzucht weitestgehend vermieden. Über Sexualduftstoffe locken sich die Geschlechter an.
Auf dem einige Stunden dauernden Hochzeitsflug wird die Jungkönigin von mehreren Männchen begattet. Dieser Vorgang findet nur einmal im Leben der Jungkönigin statt.

Die Königin nimmt bis zu mehreren 100 Millionen Spermien in ihrem Samensack auf, die sie ca. 25 Jahre unbeschadet verwahren und mit denen sie die Eier in den folgenden Jahren befruchten kann.
Einige Stunden nach dem Hochzeitsflug sterben die Männchen und werden von den Arbeiterinnen als Nahrung in den Bau gebracht. Wenn die Königinnen zurück auf die Erde fallen, brechen ihre Flügel an vorbestimmten Stellen ab, da sie nicht mehr benötigt werden.
Nach der Besamung versuchen die Königinnen ein eigenes Volk aus Arbeiterinnen heran zu ziehen.
Mit Einsatz der Herbizide, Pestizide und Fungizide, also mit den chemischen Spritzmitteln, verschwanden in vergangener Zeit nach und nach diese Ameisenarten aus unserem Bereich. Dabei waren diese fleißigen Insekten für das Waldgebiet, an dem oder in dem sie siedelten, von großem Nutzen. Schädlinge wurden bekämpft, Mineralien dem Boden zugeführt und die Ameisen selber dienten manchen gefiederten Arten als Nahrung. Besonders der Specht durchsuchte die Nestkuppeln nach Untermieter wie z.B. der Rosenkäferlarve, die auch von dem Schwarzwild nicht verachtet wird. Die bei den Durchsuchungen auftretenden Kuppelzerstörungen wurden im Rahmen des Ameisenschutzes bei besonders gefährdeten Nestern mit Drahthauben unterbunden.

Heinz van den Brock

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